Nach 6 Monaten: Anklageschrift gegen Max

Nachdem unser Freund und Genosse Max mittlerweile 6 Monate in Untersuchungshaft sitzt, hat die Staatsanwaltschaft nun Anklage erhoben. Vielleicht war sie sich selbst nicht sicher, ob Graffitis ausreichend, um die lange Haft zu rechtfertigen. Es wurden daher zwei neue absurde Vorwürfe hinzugefügt.

Für uns ist klar: Hier wird nicht Max angeklagt, sondern die linke Bewegung. Max sitzt nicht wegen ein paar Graffitis in Haft, sondern wegen seiner Gesinnung. Dutzende Briefe an ihn und von ihm wurden unter absurden Begründungen beschlagnahmt, ihm wird willkürlich verweigert in der Untersuchungshaft zu arbeiten, obwohl das den Tag etwas weniger monoton gestalten würde und der Verfassungsschutz schreibt in seinem Bericht für 2017 schon, dass er schuldig sei, obwohl noch kein Urteil gefallen ist.

Für Steuerhinterzieher hält der Bundesgerichtshof noch bis zu einem Steuerschaden von 1.000.000 Euro eine Bewährung für möglich. Die Staatsanwaltschaft fordert bereits jetzt eine Strafe, die nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden soll, obwohl der Schaden in seinem Fall viel niedriger ist und er sich nicht persönlich bereichern wollte.

Das Alles zeigt, dass wir die Anklage gegen Max im Zusammenhang mit dem Angriff auf die linke Bewegung sehen müssen, der derzeit voran geht: Strafrechtsverschärfungen, Polizeiaufgabengesetz, absurde Urteile gegen G20 Gegner. Es geht hier nicht um Schuld oder Unschuld, sondern darum, einen schlag gegen die linke Bewegung zu führen.

Freiheit für Max – Kampf der Klassenjustiz

Besuch von Max im Dezember

Durch einen Besuch bei Max haben wir erfahren unter welchen Umständen er zurzeit dort lebt:

Um 6:30 Uhr wird das grelle Licht in den Gefängniszellen angeschaltet und die Gefangenen damit aufgeweckt. Frühstück gibt es keins, dafür aber bereits um 10:30 Uhr Mittagessen. Abendessen gibt es dann bereits um 14 Uhr. Um 22 Uhr wird das Licht in den Zellen wieder abgeschaltet, ob man dann schon ins Bett gehen möchte oder nicht spielt keine Rolle.

Max ist derzeit von allen Sport –und Freizeitmöglichkeiten ausgeschlossen, da ihm eine Kontaktsperre auferlegt wurde. So bleibt ihm nur eine Stunde Hofgang am Tag.

Zweimal in der Woche muss er innerhalb von zwei Stunden seine Zelle putzen und sich duschen. Das klingt anfangs vielleicht zeitlich machbar aber wenn man bedenkt, dass alle Gefangenen das zeitgleich erledigen sollen, bleiben jedem nur wenige Minuten unter der Dusche übrig.

Arztbesuche sind nur montags und mittwochs möglich. Max zog sich jedoch bei seiner Inhaftierung, die an einem Mittwoch Abend passierte, eine Mandelentzündung zu und musste somit bis Montag warten bis er zu einem Arzt durfte. Also 4 Tage ohne Medikamente.

Auch Verfahren aus Max ‘s Vergangenheit, die eigentlich bereits eingestellt wurden, werden wieder aufgerollt. Z.B eines, als Max vor drei Jahren einen Pfosten mit dem Auto umgefahren haben soll.

Außerdem hat er bis auf zwei Postkarten noch keine Post erhalten, obwohl viele Menschen ihm geschrieben haben. Die Staatsanwaltschaft begründet das nur sehr fadenscheinig.

FREE MAX !